Von Leinen zu Latex – Die Geschichte des Kondoms…

Von Leinen zu Latex – Die Geschichte des Kondoms…

Freitag, November 9th, 2012

… reicht bis zurück in die Antike. Bereits 1200 v. Chr. sollen die alten Ägypter kondomähnliche
Hüllen zum Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten verwendet haben. Sie erprobten vermutlich viele verschiedene Materialien, bis sich schließlich Schafsdärme und andere tierische Membranen durchgesetzt hatten, weil sie sich als am sichersten erwiesen.

Lederhüllen, Ölpapier und Fischblasen…

… waren hingegen im alten Japan angesagt. Im 16. Jahrhundert grassierte große Angst vor der Syphilis. Ein italienischer Mediziner riet zum Schutz vor einer Ansteckung mit der Krankheit ein Leinensäckchen zu verwenden und dies mit anorganischen Salzen zu tränken. Obwohl er damit als Erfinder des Kondoms gilt, geht der Name doch auf einen anderen Arzt zurück, nämlich auf den englischen Hofarzt Dr. Condom. Dieser riet nun wieder zu Tierdärmen und wurde dafür sogar zum Ritter geschlagen. Casanova soll im 18. Jahrhundert handgefertigte Kondome aus Samt und Seide benutzt haben, deren Schutz allerdings wahrscheinlich nicht hoch war.

Erst im 19. Jahrhundert entwickelte sich das Kondom schließlich langsam weiter. Der amerikanische Chemiker Goodyear entdeckte die Herstellungsmethode von Hartgummi und
produzierte 1855 das erste Kondom aus Gummi. Das ging zwar in Serie, hatte jedoch eine
unangenehme Längsnaht und Dicke von 2 mm.

Das Kondom als Begleiter der Armee

Die nahtlose Kondomherstellung gelang dem Gummifabrikant Fromm 1912 mit Glaskolben, die in die Gummimasse getaucht werden. Von nun an begann der Siegeszug von Kondomen erst richtig. Die europäischen Armeen wurden im 1. Weltkrieg damit ausgestattet, damit sie sich im Einsatz nicht mit Krankheiten ansteckten oder in fremden Ländern Kinder zeugten. Nach dem Krieg wurden Kondome von Fromm dann maschinell hergestellt und ab 1930 wurde dann schließlich Latex für die Kondomherstellung verwendet.

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